Krankheitsbild: Brustkrebs (Mammakarzinom)

Krankheitsbild: Brustkrebs (Mammakarzinom)

Eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen. Laut der deutschen Krebshilfe erkranken jährlich mehr als 57.000 Frauen an Brustkrebs.

Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Laut Deutscher Krebshilfe sind pro Jahr mehr als 57.000 Frauen von einem Mammakarzinom betroffen. Wenn die Betroffenen den Brustkrebs rechtzeitig erkennen und behandeln lassen, ist er heilbar.

Bestimmte Risikofaktoren können Brustkrebs begünstigen. Dazu zählen unter anderem:

Rauchen: Wie bei anderen Krebsarten, gehört das Rauchen auch zu den Risikofaktoren des Mammakarzinoms. Je früher Mädchen mit dem Rauchen beginnen, desto höher ist das Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken.

Übergewicht: Frauen, die an Übergewicht (BMI > 27) leiden, erkranken häufiger an einem Mammakarzinom. Vor allem tierische Fette erhöhen den Östrogenspiegel und somit das Brustkrebs-Risiko.

Hormonpräparate: Synthetische Hormone oder Präparate gegen Wechseljahresbeschwerden können das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen: Das Risiko steigt z. B. an, wenn Frauen vor der Geburt ihres ersten Kindes mehrere Jahre mit der Pille verhütet haben. In den Wechseljahren erhöht auch die Einnahme von Hormonpräparaten, die Östrogene und Gestagene enthalten, das Risiko.

Körpereigene Hormonproduktion: Das Brustkrebsrisiko steigt geringfügig an bei:

  • Kinderlosigkeit
  • Geburt des ersten Kindes nach dem 32. Lebensjahr
  • Einsetzen der Regelblutung vor dem 11. Lebensjahr
  • Einritt der Wechseljahre nach dem 54. Lebensjahr

Erblicher Brustkrebs: Etwa fünf bis zehn Prozent aller Mammakarzinome sind erblich bedingt – mehrere Fälle von Brustkrebs in der Familie sind häufig ein Anzeichen dafür. Ist dies bei Ihnen der Fall, können Sie sich in einer sogenannten genetischen Beratung aufklären lassen oder einen Gentest machen lassen.

Welche Symptome können bei Brustkrebs auftreten?

Folgende Symptome sollten Sie ernst nehmen und umgehend von einem Arzt untersuchen lassen:

Knoten in der Brust: Ab einer Größe von rund 2 cm lassen sich Knoten in der Brust mit der Hand ertasten. Die Knoten schmerzen in der Regel nicht, lassen sich nicht verschieben und fühlen sich fest an. Nicht jeder Knoten oder jede Verhärtung ist bösartig. Ein Besuch beim Frauenarzt klärt, ob der Knoten auf Brustkrebs hinweist.

Veränderte Brustwarze: Wenn sich die Farbe der Brustwarze ändert, sich die Brustwarze entzündet, blutige oder klare Absonderungen auftreten oder sich die Haut um die Brustwarze einzieht oder einsenkt, können dies Anzeichen für Brustkrebs sein.

Form der Brüste: Mit einem einfachen Test lässt sich erkennen, ob sich die Form der Brust ändert: Heben Sie die Arme und achten sie darauf, ob sich die Brüste dabei verändern. Ändert sich die Form oder wirkt die Brust eingefallen, kann dies auf ein Mammakarzinom hindeuten.

Haut: Sogenannte Orangenhaut, Entzündungen oder andere sichtbare Veränderungen der Haut sind ein mögliches Warnzeichen für Brustkrebs.

Lymphknoten: Knoten oder Schwellungen in der Achselhöhle können auf Lymphknoten-Metastasen hinweisen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Operative Behandlung von Brustkrebs: Eine Operation ist bei einem Mammakarzinom in den meisten Fällen notwendig. Nach Möglichkeit wird eine brusterhaltende Operationsmethode genutzt.  Um alle Tumorzellen in der Brust zu zerstören, folgt nach der Operation immer eine Strahlentherapie.

Brustentfernung (Mastektomie): In bestimmten Fällen muss der Arzt bei einem Mammakarzinom die gesamte Brust operativ entfernen. Eine Entfernung ist notwendig, wenn beispielsweise

  • der Tumor zu groß ist.
  • mehrere Tumoren entfernt und unabhängig voneinander auftreten.
  • bei einer vorangegangenen Operation die Tumoren nicht vollständig entfernt wurden.
  • eine Strahlentherapie nicht möglich ist.

Wie wir Brustkrebs in der MEDICLIN Robert Janker Klinik behandeln:

Strahlentherapie in der MEDICLIN Robert Janker Klinik

Die Strahlentherapie nach der Operation ist ein unverzichtbarer Teil der Behandlung bei einem Mammakarzinom. Eine Bestrahlung der Brust kann das Risiko, dass der Krebs wieder auftritt, erheblich senken. In unserer Spezialklinik behandeln wir Patientinnen unter anderem:

  • Nach einer brusterhaltenden Operation: Die Bestrahlung erfolgt unterstützend (adjuvant) nach der Operation. In der Regel beginnen wir frühestens drei Wochen nach dem Eingriff mit der Strahlentherapie. Voraussetzung ist, dass Ihre Operationswunde verheilt ist.
  • Nach einer Brustentfernung: Die nachoperative Bestrahlung kann auch bei Brustentfernungen zu einer niedrigeren Rückfall-Wahrscheinlichkeit führen. Dabei bestrahlen wir die Brustwand mit der Narbe.
  • Primäre Strahlentherapie – ohne Operation: Bei älteren Patienten kann es oft vorkommen, dass ein Operations- oder Narkoserisiko vorliegt oder die Patientin eine Operation nicht wünscht – in diesen Fällen versuchen wir das Mammakarzinom ohne Operation mittels Bestrahlung zu entfernen.
  • Bestrahlung von Lymphknoten: Falls in den Lymphabflusswegen der Achselhöhle, ober- und unterhalb des Schlüsselbeins Metastasen nachgewiesen worden sind, setzen wir ebenfalls Hochpräzisionsbestrahlung ein.

Zur Schonung des Herzen wird die Bestrahlung bei einem linksseitigen Mammakarzinom in sogenannter tiefer Einatemtechnik durchgeführt.

Hypofraktionierung und DIBH bei Brustkrebs (Mammakarzinom)

Hypofraktionierung  (Verkürzung der Bestrahlungsdauer)

Eine Behandlung mittels Radiotherapie erfordert von den Patientinnen viel Geduld. Nach einer brusterhaltenden OP wird die Brust normalerweise an etwa 25 bis 28 Behandlungstagen (fünf bis sechs Wochen) jeweils mit einer festgelegten Strahlendosis bestrahlt. Bei der Hypofraktionierung wird die Einzeldosis pro Tag erhöht, so kann die Gesamtdosis vermindert werden. Dadurch verkürzt sich die Behandlungsdauer auf insgesamt drei Wochen. 

Die Hypofraktionierung erzielte in mehreren Studien zwar ein gleich gutes Langzeitergebnis wie die konventionelle Radiotherapie, trotzdem gibt es bei vielen Ärzten und auch Patientinnen noch Bedenken bezüglich der lokalen Nebenwirkungen. Das MD Anderson Cancer Center in Houston untersuchte die Unterschiede der Nebenwirkungen bei Hypofraktionierung im Vergleich zur konventionellen Radiotherapie bei 287 Frauen. Schmerzen, Abgeschlagenheit und Hautreizungen traten in der Gruppe der Patientinnen, bei denen die Hypofraktionierung angewandt wurde, seltener auf. Auch sechs Monate nach der Bestrahlung klagten weniger Frauen über ein Fatigue Syndrom, Energiemangel oder familiäre Überforderung durch die kürzere Bestrahlung.

Radiotherapie bei tiefer Einatmung (DIBH, Deep Inspiration Breath Hold)

Was ist DIBH?

DIHB ist eine spezielle Technik, bei der die Radiotherapie in tiefer Einatmung bei Patientinnen mit einem linksseitigen Mammakarzinom durchgeführt wird. Sie wurde entwickelt, um die Strahlendosis im Bereich des Herzens zu reduzieren.

Das Hauptproblem bei der linksseitigen Brustbestrahlung ist die Nähe des Herzens zur der zu behandelnden Region. Je nach anatomischer Form des Brustkorbs und der Brust kann die Herzspitze von einer relevanten Dosis erfasst werden. Zahlreiche Auswertungen und Studien haben gezeigt, dass viele Jahre nach der Bestrahlung Herzprobleme auftreten können. Mit der DIBH kann die Dosis im Bereich des Herzens deutlich reduziert werden.

Wie wird die DIBH durchgeführt?

Die DIBH ist einfach durchführbar und sehr effektiv. Die Patientin atmet tiet ein und hält die Luft für ca. 20 bis 30 Sekunden an. Durch diese Einatmung wird das Herz durch die Lungen nach unten gezogen und entfernt sich somit aus dem Bestrahlungsbereich. Um bei Ihnen eine DIBH anzuwenden, müssen Sie als Patientin den Atem für die Dauer der Bestrahlung anhalten können und den Anweisungen unserer medizinisch-technischen Radiologieassistentin (MTRA) folgen. 
 

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Wer Sie behandelt

Prof. Dr. med. Michael Pinkawa

Prof. Dr. med. Michael Pinkawa

Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

MEDICLIN Robert Janker Klinik

Dr. med. Susanne Temming

Dr. med. Susanne Temming

Leitende Oberärztin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologioe

MEDICLIN Robert Janker Klinik

Wie Sie uns kontaktieren können

Jutta Büsscher

Jutta Büsscher

Sekretariat der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

MEDICLIN Robert Janker Klinik

Die Patientenaufnahme der MEDICLIN Robert Janker Klinik erreichen Sie unter +49 228 5306 712 für die stationäre und unter +49 228 5306 711 für die ambulante Aufnahme. Ein Fax an die Patientenaufnahme senden Sie bitte an +49 228 5306 123.