Krankheitsbild: Gutartige Prostatavergrößerung

Krankheitsbild: Gutartige Prostatavergrößerung

Bei vielen Männern vergrößert sich die Prostata mit zunehmendem Alter. Man spricht dann von einer gutartigen Prostatavergrößerung. Das bedeutet jedoch nicht, dass keine Beschwerden auftreten.

Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?

Bei vielen Männern findet mit zunehmendem Alter eine Vergrößerung der Prostata statt. Es beginnt etwa ab dem 45. Lebensjahr und wird als „gutartig“ (benigne) bezeichnet, da die Neubildung nicht in andere Strukturen hineinwächst, keine Tochtergeschwulste (Metastasen) bildet und sich nicht so aggressiv verhält wie ein bösartiges (malignes) Wachstum. Eine epidemiologische Studie zeigt allerdings, dass auch die gutartige Vergrößerung der Prostata ein 2,29-fach erhöhtes Risiko birgt, Prostata-Karzinome zu entwickeln.

Gutartig bedeutet auch nicht, dass Beschwerden ausgeschlossen sind – häufig haben Betroffene mit unangenehmen Symptomen wie häufigem Harndrang, unvollständiger Blasenentleerung, Nachtröpfeln beim Wasserlassen und Potenzstörungen zu kämpfen. Wie stark ausgeprägt diese Symptome sind, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. 


     

Ursachen und Risikofaktoren

Die spezifischen Ursachen einer gutartigen Prostatavergrößerung sind noch nicht genau geklärt. Es gibt allerdings einige gesicherte Faktoren, die an der Entstehung beteiligt sind:

  • Hormone: Männliche Sexualhormone, insbesondere Testosteron, spielen eine entscheidende Rolle beim Wachstum der Prostata. Im Alter steigt die Testosteron-Empfindlichkeit der Prostatazellen auf das sechsfache an. Bei älteren Patienten wächst die Prostata schneller als bei jüngeren.
  • Bindegewebe: Die Prostata ist eine Drüse. Bindegewebe bezeichnet allgemein den Bereich zwischen den Zellen eines Gewebes, bei der Prostata zwischen den Drüsenzellen. Auch die bindegewebliche Zellvermehrung führt zu einer Vergrößerung, zusätzlich aber auch zu einer Verhärtung der Prostata.
  • Genetische Faktoren: Das gutartige Wachstum kann auch erblich bedingt sein, insbesondere, wenn die Vergrößerung bereits im jungen Alter klinisch relevant wird.

Symptome der gutartigen Prostatavergrößerung

Symptome einer vergrößerten Prostata können sich je nach Patient unterschiedlich stark äußern oder ganz ausbleiben. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Häufiges Wasserlassen (oft auch in sehr kleinen Mengen trotz Harndrangs)
  • nächtlicher Harndrang
  • schwacher oder unterbrochener Harnstrahl bis hin zum Harnverhalt. Der akute Harnverhalt ist ein potentiell folgenschwerer Notfall. Deshalb sollten Sie gutartige Prostatavergrößerungen nicht unterschätzen und eine Behandlung nicht hinauszögern.
  • verzögertes Wasserlassen
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • unvollständige Entleerung der Blase
  • Nachträufeln
  • Potenzstörung

Wie wir eine gutartige Prostatavergrößerung behandeln

Die Behandlung der vergrößerten Prostata richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und dem Leidensdruck des Patienten. Bereits bei mehr als 50 % der über 60-jährigen verursacht sie therapiebedürftige Beschwerden.

Diagnostik

Neben der standardisierten urologischen Untersuchung setzen wir als bildgebendes Verfahren eine hochauflösende Kernspintomographie (MRT) ein, weil es relevante Zusatzinformationen liefert. Die Bildgebung beim MRT basiert auf Magnetfeldern, verursacht also keine Belastung durch Strahlen.

In der MediClin Robert Janker Klinik wenden wir unter anderem folgende Verfahren zur Therapie einer vergrößerten Prostata an:

Konservative Maßnahmen

  • Kontrolliertes Zuwarten: Bei milderen Beschwerden und geringem Komplikationsrisiko (kein drohender Harnverhalt, kein Harnstau etc.) beobachten wir zunächst unter regelmäßigen Kontrollen den Verlauf des Wachstums.
  • Medikamentöse Therapie: Alpha-Blocker können einen Teil der Schmerzen lindern, indem sie die Muskulatur der Prostata entspannen. 5-Alpha-Reduktasehemmer hemmen die vergrößernde Wirkung des Testosterons auf die Prostata.

Nebenwirkungen: Typisch ist, dass beide Medikamente sich negativ auf das sexuelle Verlangen (Libido) auswirken.

Operative Maßnahmen

  • Offene Operation: Vergrößerte Anteile der Prostata werden durch einen Bauchdeckenschnitt abgetragen und somit die Abflussbahn aus der Blase wieder eröffnet
  • Transurethrale Resektion (TURP): Ein spezielles Röhrchen, das mit einer Kamera und einer elektrischen Metallschlinge ausgestattet ist, wird durch die Harnröhre eingeführt und trägt schichtweise das vergrößerte Gewebe ab
  • Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP): Ähnlich wie bei der TURP, allerdings wird kein Gewebe entfernt, sondern lediglich eingeschnitten. Dieses Verfahren setzen wir vor allem dann ein, wenn die Prostata noch nicht zu groß ist
  • Transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT): Mikrowellen erhitzen das Prostatagewebe auf 70 Grad Celsius und zerstören es dadurch, was einen Verkleinerung der Prostata zur Folge hat
  • Verschiedene Laserverfahren (Koagulation, Vaporisation): Das Prostatagewebe wird durch Laserstrahlen zerstört oder abgetragen

Nebenwirkungen: Häufige Folgen operativer Verfahren sind Inkontinenz, Impotenz und trockener (fehlender) Samenerguss; letzterer verbunden mit einer Zeugungsunfähigkeit.

Prostata-Arterien-Embolisation (PAE)

In der MEDICLIN Robert Janker Klinik sind wir Vorreiter der modernen minimal-invasiven Prostata-Therapie. Die sogenannte Prostata-Arterien-Embolisation (PAE) ist die modernste Therapie der Prostatavergrößerung - sie ist schonend, beeinträchtigt nicht die Sexualität und geht mit einer großen Patientenzufriedenheit einher. Bei diesem Verfahren wird eine sehr dünne Sonde (Mikrokatheter) über die Leistenarterie millimetergenau bildgesteuert in die Arterie der Prostata eingeführt, durch die winzige Kügelchen in die Arterie eingeschleust werden. Hierdurch wird die Prostatadurchblutung gedrosselt, infolge dessen schrumpft die Prostata.

Die Prostata-Embolisation bietet für die Patienten viele Vorteile:

  • es ist ein komplikationsarmes, minimal-invasives Verfahren,
  • es entstehen keine Blutungen, keine Vernarbungen und keine Inkontinenz,
  • der Eingriff benötigt keine Vollnarkose, nur eine örtliche Betäubung,
  • besonders hervorzuheben ist die erhaltene Sexualität und die fehlenden Komplikationen, wie der trockene Samenerguss (retrograde Ejakulation)

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Wer Sie behandelt

PD Dr. med. Attila Kovács

PD Dr. med. Attila Kovács

Chefarzt der Klinik für Interventionelle und Diagnostische Radiologie

MEDICLIN Robert Janker Klinik

Dr. med. Peter Bischoff

Dr. med. Peter Bischoff

Leitender Oberarzt der Klinik für Interventionelle und Diagnostische Radiologie

MEDICLIN Robert Janker Klinik

Wie Sie uns kontaktieren können

Rebecca Sturm

Rebecca Sturm

Chefarztsekretariat der Klinik für Interventionelle und Diagnostische Radiologie

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