Die Pfortaderembolisation (PFE) ist eine vorbereitende Intervention für eine erweiterte Leberresektion in kurativer Absicht (R0-Resektion), wenn nur ein Leberlappen vom Tumor befallen ist – meist findet PFE Verwendung wenn der rechte Leberlappen betroffen ist. Eine Hemihepatektomie (Entfernung einer Leberhälfte) ist nur bei einem ausreichenden Volumen der verbleibenden Restleber durchführbar. Bei zu kleinem Restlebervolumen (< 0,5% Körpergewicht), bei der sich die Hemihepatektomie verbieten würde, kann eine Hypertrophie (Volumenzunahme) der Restleber durch die PFE induziert werden.
Die Leber hat eine doppelte Gefäßversorgung – eine arterielle und eine portalvenöse. Bei der PFE wird eine Embolisation der portalvenösen (und ggf auch der arteriellen) Strombahn der tumortragenden Seite durchgeführt. Da die Leber überwiegend (zu 75%) aus dem portalen Kreislauf versorgt wird, führt die Embolisation eines Lappens zum reaktiven Wachstum des nicht embolistierten Leberlappens einerseits durch die verstärkte Durchblutung, andererseits durch die Freisetzung von Wachstumsmediatoren. Die präoperative Pfortaderembolisation ist heute ein wichtiges Instrument im interdisziplinären Vorgehen bei der kurativen Behandlung fortgeschrittener Lebertumoren und Metastasen geworden.
Verfahrensbeschreibung: perkutan (durch die Haut) und unter Bildsteuerung wird das tumortragende Pfortaderstromgebiet punktiert. Anschliessend erfolgt die Embolisation der peripheren Segmentäste mit flüssigen oder mit patikulären Embolisaten, sowie der zentralen Pfortaderanteile durch Metallspiralen (Coils).
Die Embolisation führt zum Untergang des betroffenen Leberlappens. Die kontralaterale Seite hypertrophiert in den folgenden ca 4 Wochen. Wenn Tumorherde nahe der geplanten Resektionsgrenze liegen, sollte der PFE eine superselektive TACE der betroffenen Tumoranteile vorgeschaltet werden um eine Tumoraussaat in die Restleber nach Möglichkeit zu unterbinden.
Indikation: ausgedehnter aber nur einseitiger Tumorbefall, zentrale Tumorlokalisationen, hyper- und hypovaskularisierte Tumore
Vorteile des Verfahrens: auch bei einer ausgedehnten Tumorlast aber mit einer günstigen Verteilung kann durch das interdisziplinäre Vorgehen eine kurative Tumorkontrolle erzielt werden.

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