Die Radiofrequenzablation ist ein effektives Therapieverfahren im frühen und im intermediären Stadium der jeweiligen Tumorerkrankung. Ein neues und gut verträgliches Ablationsverfahren geeignet auch für größere (> 5cm) und für zentral gelegene Läsionen, somit auch für fortgeschrittene und palliative Situationen ist die interstitielle Brachytherapie (iBT) oder interstitielles Afterloading. Hierbei handelt es sich um ein radioablatives Verfahren. Mit diesem Verfahren sind auch Tumorlokalisationen in der Nähe von Gefäßen behandelbar, weil Kühleffekte, im Gegensatz zu der RFA keine Rolle spielen. Diese effektive aber anspruchsvolle Methode setzt eine enge Kooperation zwischen den interventionellen Radiologen und den Strahlentherapeuten voraus.
Verfahrensbeschreibung: der Eingriff erfolgt unter sterilen Bedingungen in Lokalanästhesie. Die Einstichstelle an der Haut wird örtlich betäubt. Eine Narkose ist nicht notwendig. Es erfolgt eine einmalige, prophylaktische Antibiotika-Gabe intravenös. Der Tumor wird CT-gesteuert perkutan (durch die Haut) mit einer oder mehreren, innen hohlen Spezialsonden punktiert. Diese werden anschließend mit Iridium-Isotopen (Ir192) bestückt. Ir192-Isotope können durch spezielle Trägersysteme in die Zielorgane gebracht werden. Bei Tumoren unter 8cm erfolgt eine einzeitige Bestrahlungstherapie mit über 15 Gy, danach werden die Sonden entfernt. Bei Tumoren größer als 8cm empfiehlt sich eine zweizeitige Therapie. Der Tumorzerfall erfolgt in den nachfolgenden fünf Wochen.
Indikation: Hauptindikationen für die iBT sind größere und zentral gelegene Leberläsionen. Gute Erfolge der iBT sind des Weiteren bei zentralen Gallengangstumoren und bei Lungentumoren berichtet worden.
Vorteile des Verfahrens: wesentliche Vorteile des Verfahrens sind die therapeutische Effektivität und die relativ geringe Schmerzbelastung für die Patienten – diese entspricht a.e. der einer Leberpunktion. Deshalb kann die Intervention in Lokalanästhesie ohne Sedierung durchgeführt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Radionekrose protrahiert entsteht, also langsam innerhalb von ca 5 Wochen, so dass zB die Leber sich auf den Tumorzerfall adaptieren kann.
