Die thermischen Therapieverfahren werden gegenwärtig von der Radiofrequenzablation (RFA) dominiert – sie ist die weltweit am häufigsten eingesetzte Methode, bei der mit Wärme Tumorgewebe zerstört wird. Die Methode ist sehr effektiv und unabhängig von der Tumorart in verschieden Organgebieten anwendbar. Haupteinsatzgebiete sind die Leber, die Lunge, die Nieren und das Skelett incl. der Wirbelsäule.
Wie Thermoablation funktioniert
Das Prinzip des Verfahrens ist eine Destruktion des Gewebes infolge Aufwärmung auf Temperaturen von 60 bis knapp unter 100°C. Ziel der thermoablativen Therapie ist, mit einem ausreichend breiten tumorfreien Rand eine sichere „A0“-Ablation analog zur chirurgischen R0-Resektion zu erreichen.
Ablauf einer Thermoablation
Der Eingriff erfolgt unter sterilen Bedingungen in Analgosedierung (leichter Schlaf). Die Einstichstelle an der Haut wird örtlich betäubt. Eine Narkose ist nicht notwendig. Es erfolgt eine einmalige, prophylaktische Antibiotika-Gabe intravenös. Der Tumor wird CT-gesteuert perkutan (durch die Haut) mit einer Spezialsonde punktiert. Über die Sonde wird ein hochfrequenter Wechselstrom im Tumor verabreicht, der infolge der Induktion von Reibungswärme durch Ionenbewegung zu einer Aufwärmung des Gewebes führt.
Die Wärmeabgabe wird solange durchgeführt, bis die gewünschte thermische Nekrose entsteht. Besondere Interaktionen zwischen Chemotherapeutika und der RFA gibt es nicht – trotzdem empfiehlt es sich eine Chemotherapie-Pause von einer Woche jeweils vor und nach der RFA einzuhalten.
Indikationen
Die klassischen Indikationen sind Tumore und Metastasen in der Leber, in der Lunge, in der Niere, in den Nebennieren und im Knochen – andere Lokalisationen sollten individuell erörtert werden. Grundsätzlich lassen sich die besten Ergebnisse bei Läsionen bis 3,5cm Durchmesser erzielen. Für die Leber gilt: eine solitäre Läsion mit einem Durchmesser bis zu 5 cm oder bis zu drei Läsionen mit Durchmessern bis 3,5 cm. Nicht zuletzt ist die RFA Therapie der ersten Wahl bei Osteoidosteomen und Osteoblastomen.
Vorteile einer Thermoablation
Eine präzise Tumorlokalisation und -punktion wird durch die computertomographische Steuerung erreicht, die Entstehung der thermischen Nekrose wird durch die kontinuierliche Messung des Gewebswiderstandes gesichert, die Ablation ist sehr gewebesparend und kann somit wiederholt eingesetzt werden, selbst nach vorausgegangenen Leber-, Nieren- und Lungenoperationen.