Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) ist ein lokales, minimalinvasives Therapieverfahren u. a, bei Leberkrebs und anderen Tumormainfestation, z. B. in der Niere oder in der Thoraxwand. Ärzte nutzen TACE, wenn Thermoablation oder Radiofrequenzablation wegen der Größe des Tumors oder Anzahl der Leberherde nicht mehr angewendet werden können. Außerdem können Ärzte bei einer TACE mehrere Herde in einer Sitzung behandeln.
Tumor von innen bekämpfen
Bei der transarteriellen Chemoembolisation verstopft der Arzt die Arterien mit kleinen Teilchen und stoppt so die Sauerstoffzufuhr des Tumors. Diese Teilchen tragen gleichzeitig eine hohe Dosis eines Medikaments zur Chemotherapie (Chemotherapeutikum) in den Tumor hinein. Die Partikel, die dies derzeit vermutlich am besten bewerkstelligen, sind Drug Eluting Beads (DEB).
Wie eine transarterielle Chemoembolisation abläuft
An der MediClin Robert Janker Klinik wird die moderne und sehr effektive superselektive DEB-TACE durchgeführt. Hochkonzentriertes Chemotherapeutikum wird an winzige Kügelchen von 100-300μm Durchmesser (sogenannte Mikrosphären) gekoppelt und in die Blutgefäße gespritzt, die den Tumor versorgen.
Zwei Arten des Eingriffs bei einer Chemoembolisaton
Eine transarterielle Chemoembolisation verläuft entweder tumorselektiv oder segmentselektiv:
- Für einen tumorselektiven Eingriff entscheidet sich der Arzt, wenn in einem Teil der Leber sich nur eine Metastase ausgebereitet hat. Bei einem tumorselektiven Eingriff geht der Arzt gezielt gegen diese eine Metastase vor.
- Ist ein Lebersegment von mehreren Metastasen betroffen, kommt ein segmentselektiver Eingriff in Frage. Der Arzt therapiert das ganze betroffene Segment und alle darin befindlichen Metastasen. In vielen Fällen existieren auch unsichtbare Metastasen, die mit therapiert werden.
Transarterielle Chemoembolisation schont nichtbetroffenes Gewebe
Die Leber wird über zwei Gefäßsysteme versorgt: über Arterien und über die Pfortader. Tumore der Leber sind bis zu 95 % durch Arterien versorgt. Der Teil der Leber, der die Leberzellen enthält (Leberparenchym), wird vorwiegend aus der Pfortader versorgt.
Eine transarterielle Chemoembolisation, die im arteriellen System angewandt wird, schont das Leberparenchym. Die Tumorzellen hingegen sterben ab.
Behandelter Tumor stirbt ab
Nach einer transarteriellen Chemoembolisation verflüssigt sich der abgestorbene Tumor (Kolliquationsnekrose), bis eine mit Flüssigkeit gefüllt Hülle übrig bleibt. Weiße Blutkörperchen bauen diese Hülle in den nächsten Monaten schrittweise ab.
In den ersten Tagen nach der Chemoembolisation kann es an der betroffenen Stelle zu Gaseinschlüssen kommen. Diese Einschlüsse entstehen durch raschen Tumorzerfall und sind nicht als Zeichen eines Abszesses zu werten.
Vor einer transarteriellen Chemoembolisation Gabe von Avastin einstellen
In medizinischen Studien haben Ärzte einen Zusammenhang zwischen der Gabe des Medikaments Avastin (Bevacizumab) und dem Erfolg einer Chemoembolisation festgestellt. Avastin hemmt die Neubildung von Blutgefäßen. Je länger die Einnahme von Avastin zurückliegt, desto besser schlägt die Chemoembolisation an.
Deshalb sollten Patienten mindestens sechs Wochen vor der Chemoembolisation Avastin in Absprache mit ihrem Arzt absetzen.