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Dr. med. Susanne Oberste-Beulmann

Dr. med. Susanne Oberste-Beulmann

Chefärztin Strahlentherapie/ Radioonkologie

Tel. 0228/ 53 06-101

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Chirurgische Präzision für die Strahlentherapie – Stereotaxie

Die stereotaktische Radio- oder Strahlentherapie stellt eine Weiterentwicklung der konventionellen Strahlentherapie dar. Ihr Vorteil liegt in der Präzision, mit der die Strahlung auf geschädigtes Gewebe gerichtet werden kann. Eine sehr hohe Strahlendosis wird auf einem kleinen Gebiet konzentriert, so dass bestimmtes Gewebe (z.B. eine Metastase) punktgenau behandelt wird, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu beeinflussen. Die MediClin Robert Janker Klinik ist ein Vorreiter bei der Nutzung dieser wirksamen und schonenden Therapieform und setzt hierzu modernste verfügbare Geräte ein.

Bei einer Strahlentherapie ist es wichtig, das zu bestrahlende Gewebe möglichst genau zu erfassen, um das umgebende gesunde Gewebe zu schonen. Den Patienten der MediClin Robert Janker Klinik steht unter anderem eines der modernsten Geräte zur Hochpräzisions-Bestrahlung zur Verfügung. Damit kann die stereotaktische Strahlenbehandlung entscheidend verfeinert werden. Strahlentherapeuten und Medizinphysiker können so Tumore und Gefäßmissbildungen punktgenau und effektiv behandeln.

Die Strahlen werden so stark fokussiert, dass sie den Tumor möglichst genau treffen und das umliegende Gewebe schonen. Das gesunde Gewebe entlang der Einstrahlbahnen erhält nur einen geringen Prozentsatz der Strahlendosis, während im Tumor eine sehr hohe Strahlenkonzentration erreicht wird. Die computergestützte Technologie erfasst jede Lageveränderung und Bewegung des Patienten und gleicht eventuelle Abweichungen vom Behandlungsplan automatisch und millimetergenau aus.

Selbst unregelmäßig geformte Tumoren können mithilfe dieser Methode sehr zielgenau bestrahlt werden. Es ist daher möglich, eine große Bandbreite von Tumoren zu behandeln: Neben Hirntumoren und Tumoren in der Nähe wichtiger und empfindlicher Organe - z.B. im Rückenmark - gehören dazu auch Tumore in Lunge, Leber oder Prostata sowie sehr tiefliegende, schwer oder nicht operable Tumoren. Gleiches gilt für wieder aufgetretene Tumore.

Grundsätzlich sind bei der stereotaktischen Bestrahlung zwei Behandlungsstrategien möglich. Der behandelnde Arzt entscheidet aufgrund der persönlichen Situation des Patienten, welche Strategie die geeignete ist:

  • Hochpräzisionsbestrahlung als Einzeitbestrahlung (Stereotaktische Radiochirurgie): Die stereotaktische Radiochirurgie kann in bestimmten Fällen anstelle einer Operation durchgeführt werden. Die gesamte erforderliche Strahlendosis wird während einer einzigen Behandlungssitzung verabreicht (Einzeitbestrahlung).
  • Fraktionierte stereotaktische Präzisionsbestrahlung (Stereotaktische Radiotherapie): Bei der stereotaktischen Radiotherapie wird die Gesamtdosis der Bestrahlung auf mehrere Sitzungen verteilt (fraktioniert).

Wie läuft die Behandlung ab?

Mithilfe bildgebender Verfahren (z.B. Computertomographie) werden zunächst Lage und Größe des zu bestrahlenden Gewebes erfasst. Anhand der gewonnenen Daten findet eine computergestützte Bestrahlungsplanung statt. Die Untersuchung ist schmerzfrei, es sind weder eine Narkose noch spezielle Vorkehrungen erforderlich.

Während der Behandlung liegt der Patient auf einer speziellen Liege. Infrarot-Marker und lokalisierende Röntgenstrahlen helfen dem Strahlentherapeuten, die korrekte Position für die Behandlung einzustellen. Ein digitales Bildführungssystem überwacht während der gesamten Bestrahlungszeit die Position des Patienten und die Lage des Tumors.

Sobald die Therapie beginnt, bewegt sich das Bestrahlungssystem um den Patienten herum und gibt die auf den Tumor abgestimmte Strahlendosis ab. Das Ergebnis der Behandlung wird im Anschluss durch Kontrolluntersuchungen überprüft.

Vorteile der Hochpräzisions-Bestrahlung

Sowohl die Radiochirurgie als auch die fraktionierte stereotaktische Radiotherapie sind schonende Methoden mit geringen Komplikationsraten. Wichtig ist allerdings, dass die Behandlung von Spezialisten durchgeführt wird. Zu den Vorteilen zählen:

  • Hohe Präzision: Die Bestrahlung erfolgt bewegungssynchron. Nur wenn sich der Tumor im Zielgebiet befindet, wird Strahlung abgegeben. Dadurch ist eine punktgenaue Bestrahlung möglich.
  • Hohe Effektivität: Da das Zielgebiet eng eingegrenzt werden kann, ist eine Bestrahlung mit hohen Strahlendosen möglich.
  • Hohe Sicherheit: Durch die Zielgenauigkeit der Behandlung bleibt die Belastung für das angrenzende Gewebe trotz hoher Strahlendosen sehr gering.