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Dr. med. Susanne Oberste-Beulmann

Dr. med. Susanne Oberste-Beulmann

Chefärztin Strahlentherapie/ Radioonkologie

Tel. 0228/ 53 06-101

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Tumoren gezielt bekämpfen - Strahlentherapie und Radioonkologie

Unter Strahlentherapie wird die Behandlung gut- oder bösartiger Erkrankungen mit energiereicher Röntgenstrahlung verstanden. Im Gegensatz zur Chemotherapie, bei der die eingesetzten Medikamente ihre Wirkung im ganzen Körper entfalten, wirkt Strahlentherapie örtlich begrenzt, also direkt am Tumor. Dabei werden Strahlendosen gezielt auf einen engen Bereich angewendet, um das umliegende gesunde Gewebe möglichst zu schonen.

Es gibt unterschiedliche Formen der Strahlentherapie:

  • Konventionelle Strahlentherapie
    Die konventionelle Strahlentherapie ist eine homogen verteilte energiereiche Röntgenbestrahlung, mit der gut- und bösartige Tumoren behandelt werden. Typisch für die konventionelle Strahlentherapie ist, dass alle Bestrahlungsfelder eine konstante Intensität haben.
  • Brachytherapie
    Bei der Brachytherapie wird eine radioaktive Quelle nahe an das zu bestrahlende Zielvolumen gebracht oder direkt im Tumor platziert. Durch die Nähe ist es möglich, das umliegende gesunde Gewebe optimal zu schonen und die Tumorregion mit einer hohen Dosis zu bestrahlen. Die Brachytherapie wird häufig bei Erkrankungen des Gebärmutterhalses, der Prostata, in der Kopf-Hals-Region sowie der Brust und der Haut eingesetzt. Es stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Um den Strahlenschutz zu vereinfachen wird die Bestrahlungstechnik in den meisten Fällen im Nachladeverfahren (Afterloading) durchgeführt. Hierbei befindet sich die Strahlenquelle im Brachytherapiegerät unter entsprechender Abschirmung. Sie wird über Verbindungsschläuche, die mit den Hohlräumen in den Applikatoren verbunden werden, ferngesteuert an bestimmte, vorab berechnete Haltepositionen gefahren. Die Haltezeit an den jeweiligen Positionen bestimmt die Dosisverteilung.
  • Stereotaktische Bestrahlung (Stereotaktische Konvergenzbestrahlung)
    Die stereotaktische Bestrahlung ist eine hochpräzise Bestrahlungstechnik, bei der eine definierte Bestrahlungsdosis punktgenau in ein zuvor definiertes Zielgebiet eingebracht wird. Stereotaktische Behandlungen werden in der Regel nur bei kleinen Tumoren durchgeführt. Daher ist es möglich eine große Bandbreite von Tumoren zu behandeln (siehe auch Stereotaxie).
  • Radiochirurgie
    Die Radiochirurgie ist eine stereotaktische Einzeitbestrahlung, bei der ein kleines Volumen im Körper (in der Regel nur im Bereich des Gehirnschädels) einzeitig, mit sehr hoher Dosis bestrahlt wird, um dies unmittelbar zu zerstören. Die Wirkung des Eingriffs ist wesentlich stärker als bei einer üblichen, auf viele kleine Einzeldosen fraktionierten Strahlentherapie, setzt aber höchste Präzision voraus. Der bestrahlte Körperteil wird fixiert und darf sich während der Bestrahlung nicht bewegen. Die MediClin Robert Janker Klinik verfügt hier über langjährige Erfahrung und die Radiochirurgie im Kopfbereich ist ein Schwerpunkt des Hauses.
  • Radio-Chemotherapie
    Bei bestimmten Tumorarten, z.B. bösartigen Tumoren im Mund- und Rachenbereich sowie der Lunge und des Enddarms, kann die Bestrahlung zeitgleich mit einer Chemotherapie kombiniert werden. Meist werden die Chemotherapeutika dabei in definierten Abständen während einer Bestrahlungsserie verabreicht. Ausgenutzt werden nicht nur die unterschiedliche Wirkweise der beiden Einzelmethoden, sondern synergistische Effekte, die die Wirksamkeit der Krebsbehandlung insgesamt steigern. So kann etwa die Empfindlichkeit von Tumorzellen auf Bestrahlung durch einige Chemotherapeutika gesteigert werden.

Die Entscheidung, welche Therapie bei welcher Erkrankung angewendet wird, ist organ- und volumenabhängig. Ebenso sind die Nebenwirkungen der Strahlentherapie organspezifisch und volumenabhängig und werden im persönlichen Gespräch mit dem Patienten erörtert.