Hochpräzisions-Bestrahlung von Lungentumoren
Die Bestrahlung von bösartigen Tumoren der Lunge bzw. Tochtergeschwülsten (Metastasen) von Tumoren anderer Organe, die sich in der Lunge angesiedelt haben, erfolgt mittels der Hochpräzisions-Bestrahlung (stereotaktischen Strahlentherapie). Hierbei handelt es sich um eine hochpräzise Bestrahlungstechnik, bei der eine definierte Dosis an Röntgenstrahlen punktgenau in ein zuvor definiertes Zielgebiet eingebracht wird. Die Strahlenbelastung für das angrenzende gesunde Gewebe kann dadurch gering gehalten werden, umgekehrt ist die Strahlenkonzentration im Tumor besonders hoch. Ursprünglich wurde das Verfahren für die Behandlung von Hirntumoren entwickelt. Hier muss die Bestrahlung auf engstem Raum erfolgen, um die gesunden, hochempfindlichen Hirnstrukturen nicht zu gefährden.
Die Bestrahlung ist so präzise, dass eine im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren mehrfach erhöhte Strahlendosis verabreicht werden kann. Damit erhöht sich die Wirksamkeit der Bestrahlung und die Chancen steigen, dass der Tumor sich verkleinert bzw. ganz zurückgeht. Wichtig ist auch, dass wieder aufgetretene Tumore mit diesen Verfahren nochmals wirksam bestrahlt werden können.
Wie funktioniert die stereotaktische Bestrahlung?
Der Erfolg einer Strahlentherapie hängt u.a. entscheidend davon ab, welche Strahlendosis den Tumor erreicht. Auf das umgebende gesunde Gewebe sollte möglichst wenig Strahlung fallen, damit es so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen wird. Je genauer also der Tumor von der Strahlung erfasst wird, desto höher kann die eingesetzte Strahlendosis sein, ohne dass folgenschwere Schäden im angrenzenden Gewebe entstehen.
Bei Lungentumoren bzw. -metastasen ist die punktgenaue und hochdosierte Bestrahlung besonders schwierig, da sie sich mit dem Ein- und Ausatmen bewegen und deshalb während der Bestrahlung ständig ihre Position verändern. Die genaue Position des Tumors wird mit Hilfe von Aufnahmen eines Computertomografen erfasst, nachdem dieser zuvor mit einer speziellen Goldspirale markiert wurde.
Auf diese Weise kann die Bestrahlung genau gesteuert werden werden: Strahlung wird nur dann abgegeben, wenn sich der Tumor im Zielbereich befindet. Kleine Veränderungen in der Position des Patienten während der einzelnen Bestrahlungssitzungen können durch die spezielle Behandlungsliege mit Dreh-, Kipp- und linearen Bewegungen schnell und automatisch ausgeglichen werden.
Die Stereotaxie erlaubt eine Bestrahlung von bösartigen Lungentumoren mit hoher Präzision. Die notwendigen Bestrahlungsfelder sind klein, das umliegende gesunde Gewebe wird geschont. Die zu Beginn der Behandlung eingebrachten Goldspiralen sind gesundheitlich völlig unbedenklich und verbleiben nach Abschluss der Strahlenbehandlung im Körper. Bei kleinen bösartigen Lungentumoren stellt die stereotaktische Einzeitbestrahlung eine Therapiealternative zur Operation dar.
Der behandelnde Arzt bespricht mit Ihnen Ihre persönlichen Bedürfnisse und macht sich ein Bild über Ihre Erkrankung. So hat er die Möglichkeit, die Behandlung genau auf Ihre individuelle Situation abzustimmen.
Er bespricht auch mit Ihnen, ob eine einmalige Bestrahlung oder mehrere Sitzungen günstiger sind, um den Tumor zu behandeln. Dies hängt von der Art und der Größe der Gewebeveränderung ab.